In Memoriam |
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Corresponding author: Andreas Taeger ( taeger.bio@t-online.de ) Academic editor: Thomas Schmitt
© 2024 Andreas Taeger, Hans-Joachim Jacobs.
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Citation:
Taeger A, Jacobs H-J (2024) Joachim Oehlke - Nachruf (19.12.1936–11.12.2022). Contributions to Entomology 74(2): 273-275. https://doi.org/10.3897/contrib.entomol.74.e136172
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Kurz vor seinem 86. Geburtstag, am 11. Dezember 2022, verstarb nach langer Krankheit unser ehemaliger Institutsleiter, Mentor und Freund Prof. Dr. Joachim Oehlke.
Eine umfangreiche Würdigung des Menschen und Wissenschaftlers erfolgte durch
Vor etwa 50 Jahren, als 17-jähriger Oberschüler, nahm ich von Dessau aus erstmals Kontakt mit „Herrn Doktor Oehlke“ in Eberswalde auf. Da ich gerade begann, mich für Hymenopteren zu interessieren, wurde mir geraten, bei ihm Unterstützung zu suchen. Zu dieser Zeit geschah das natürlich per Post, handschriftlich. Wahrscheinlich war dies eines der wichtigsten Schreiben meines Lebens, da hiermit die Richtung meiner beruflichen Entwicklung festgelegt wurde. Ich bekam eine Antwort, auf Kopfbogen, Schreibmaschine. Wenig später fand ich mich auf einem Treffen des Arbeitskreises Hymenoptera des Fachgebietes Entomologie beim Kulturbund der DDR wieder, und lernte dort den Leiter des Arbeitskreises, Herrn Dr. Oehlke, kennen. Der „ältere“ Herr (noch keine 40 ...) war sehr freundlich und hilfsbereit. Ein paar Jahre später, während meines Biologiestudiums, kam er mit der Frage auf mich zu, ob ich sein Nachfolger am „Institut für Pflanzenschutzforschung, Abteilung Taxonomie der Insekten (ehemals DEI)” werden wolle. Er plante, sich mit seiner Frau Renate selbständig zu machen, um entomologische Lehrkästen für Schulen herzustellen. Ein Jahr vor Studienabschluss hatte ich einen Arbeitsvertrag in der Tasche (ja, das lief damals so). Und die „Abteilung Taxonomie der Insekten” hatte damit zwei Hymenopterologen. Dabei blieb es auch, da die Firmengründung in der DDR dann doch nicht wie gedacht durchführbar war. Joachim Oehlke betreute meine Promotion und wurde am Tag meiner Promotionsverteidigung zu „Achim“. Auch abseits dieser fachlichen Betreuung fand ich bei ihm immer Unterstützung.
Bis heute bewundere ich die Geradlinigkeit, die er immer an den Tag gelegt hat. Wenn er etwas als wichtig und richtig ansah, verfolgte er dies mit großer Hartnäckigkeit und Konsequenz. Diese Eigenschaft war sicherlich ein Grund dafür, dass er kurz vor der Wiedervereinigung Deutschlands von den Wissenschaftlern des DEI zum Institutsdirektor gewählt wurde und in dieser Funktion die weitere Existenz des Instituts in der für uns neuen deutschen Wissenschaftslandschaft sichern konnte.
Achim war es immer sehr wichtig, seine Begeisterung und sein Engagement für die Entomologie und den Naturschutz weiterzugeben. Das hat er als Freund, Institutsleiter und Hochschullehrer geschafft.
Danke Achim.
Seit etwa 50 Jahren füllt die Beschäftigung mit der Faunistik und Taxonomie aculeater Hymenopteren viele Stunden meiner Freizeit. In der DDR gab es keine entomologischen Vereine im heutigen Sinne. Berufs- und Freizeitentomologen waren in der Fachgruppe Entomologie im Kulturbund der DDR organisiert. Einen guten Überblick über die Tätigkeit dieser Organisation geben
Mit Joachim Oehlke habe ich nicht nur meinen Mentor, sondern auch einen guten Freund verloren. Er hat mein Wirken stets wohlwollend und kritisch begleitet. Die daraus entstandene enge Bindung an das Deutsche Entomologische Institut besteht bis heute und ist zu einem festen Bestandteil meines entomologischen Lebens geworden. Dafür sage auch ich aus tiefstem Herzen: Danke Joachim.